Eine Überfunktion der Schilddrüse lässt sich schnell und einfach erkennen, aber wie sieht es bei einer unterfunktion aus? Hier ist es leider nicht mehr so einfach und auch nicht ganz so leicht, denn die Hypothyreose, wie die Schilddrüsenunterfunktion medizinisch korrekt genannt wird, nimmt einen schleichenden Verlauf und lässt sich nur durch ganz bestimmte Symptome erkennen und das auch nur dann, wenn die Funktionsstörung bereits sehr weit fortgeschritten ist. Eine Unterfunktion der Schilddrüse beginnt schleichend und macht sich zunächst nur durch geringe Beschwerden bemerkbar und das macht es so gefährlich.
Welche Symptome treten bei einer Schilddrüsenunterfunktion auf?
Viele Menschen fühlen sich heute zunehmend müde und ausgelaugt, aber sie denken dabei an den alltäglichen Stress, an die Überforderungen und die Hektik der heutigen Zeit. Müdigkeit ist ein Symptom, das mit der Schilddrüse etwas nicht stimmt, aber auch Antriebslosigkeit und sogar depressive Verstimmungen können auf eine Unterfunktion der Schilddrüse hindeuten. Zu den markanten Merkmalen gehört eine hohe Empfindlichkeit gegen Kälte, verlangsame Reflexe, eine zunehmende Schwäche der Muskeln und eine heisere Stimme.
Betroffene klagen häufig auch darüber, dass sie aufgeschwemmt aussehen, ein als Myxödem bekanntes Symptom der Schilddrüsenunterfunktion, was durch teigartige Schwellungen im Unterhautgewebe entsteht. Am Hals, aber auch im Gesicht und an den Armen und Beinen machen sich diese Ödeme besonders stark bemerkbar und sie können dafür sorgen, dass es zu einer allgemeinen Schwäche, einer zu niedrigen körpertemperatur und zu einer oberflächlichen Atmung kommt.
Schwer zu erkennen
Auch wenn die Symptome auf den ersten Blick sehr eindeutig sind, sie treten nicht zusammen auf, sondern erst nach und nach und das macht es so schwer, eine Schilddrüsenunterfunktion zu erkennen. Aufschluss kann nur eine Blutuntersuchung bringen, aber bis es so weit kommt, kann die Krankheit schon weit fortgeschritten sein. Vor allem bei älteren Menschen fällt es sehr schwer, eine Unterfunktion der Schilddrüse genau zu diagnostizieren, denn die Symptome werden gerne dem natürlichen Alterungsprozess zugeordnet, denn Gedächtnislücken und auch depressive Verstimmungen sind bei alten Menschen keine Seltenheit.
Um festzustellen, ob es sich um eine Unterfunktion der Schilddrüse handelt, muss der sogenannte TSH-Wert im Blut nachgewiesen werden, kann dieser Wert einwandfrei bewiesen werden, dann kann auch die entsprechende Therapie beginnen.
Wie wird eine Schilddrüsenunterfunktion behandelt?
Wenn die Schilddrüse nicht mehr ausreichend Hormone produziert, dann spricht man von einer Unterfunktion. Eine Therapie gegen diese Funktionsstörung sieht daher vor, den hormonellen Haushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Das passiert in der Regel mit Tabletten, die ein künstlich hergestelltes Hormon enthalten, das sogenannte Thyroxin. T4, wie das Thyroxin auch genannt wird, sorgt dafür, dass der Zellstoffwechsel wieder in Gang kommt und der Hormonmangel ausgeglichen wird. Zudem kann das künstliche Hormon auch die Beschwerden der Unterfunktion erträglicher machen.
Wird eine Unterfunktion der Schilddrüse festgestellt, dann muss der Betroffene sein Leben lang mit dieser Krankheit leben und therapiert werden. Nur wenn die entsprechenden Medikamente ohne Unterbrechung und dauerhaft eingenommen werden, dann machen sich die Symptome nicht mehr allzu stark bemerkbar. Bei vielen patienten ist ein normales Leben möglich und sie haben auch keine Beschwerden mehr. In welcher Dosierung die Medikamente eingenommen werden müssen, das stellt der behandelnde Arzt nach einer eingehenden Untersuchung fest. In der Regel wird aber mit einer eher geringen Dosierung angefangen, die dann im Laufe der Therapie gesteigert wird.
Zu Beginn einer Therapie müssen jeden Monat Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden. Wenn sich die Blutwerte und auch die hormonellen Werte eingependelt und normalisiert haben, dann finden Untersuchungen nur noch alle drei Monate statt. Schließlich wird nur noch halbjährlich kontrolliert und wenn weiterhin alles nach Wunsch verläuft, dann gibt es nur noch einmal im Jahr eine ausführliche und gründliche Untersuchung.
Man kann mit einer Schilddrüsenunterfunktion leben, aber sie muss behandelt werden, damit sie nicht gefährlich wird.
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Über den Autor Maik Justus
Maik Justus wohnt mit seiner Familie in Bielefeld. Er beschäftigt sich überwiegend mit den Themen Gesundheit, Abnehmen, Fitness sowie Wellness. Sich selbst beschreibt er als sehr Ehrgeizig. Maik ist selbst überzeugter Gesundheitsfanatiker und Fitnessfreak. Maik ist Vater von 3 Kindern.